Sparen für Kinder

Darauf beim Sparen achten:

Kinder haben viele Wünsche, die mit zunehmendem Alter größer werden. Um sie zu finanzieren, bedarf es manchmal gezielten Sparens. Aber auch sonst kann Sparen für Kinder sinnvoll sein. In diesem Beitrag zeigen wir, was zu beachten ist und wie das Sparen am besten gelingt.

Die wichtigsten Punkte:

  • Mit den Kindern wachsen ihre Ansprüche und Bedürfnisse. Die Finanzierung eines Studiums oder des ersten Autos kostet eine Menge Geld. Deshalb ist Sparen sinnvoll.
  • Wird rentierlich gespart, wirkt der Zinseszinseffekt zusätzlich vermögensbildend. Sparen für Kinder kann auch steuerlich interessant sein, wegen der Kindern zustehenden Steuerfreibeträge.
  • Grundsätzlich steht das ganze Anlagespektrum zur Auswahl - u.a. möglich: Bausparen, Festgeldanlagen oder Fondssparpläne.
  • ETF-Sparpläne sind besonders vorteilhaft, da sie ein ausgewogenes Rendite-Risiko-Verhältnis bieten und sehr kostengünstig sind.
  • Mit einem Auszahlplan lassen sich bei Bedarf automatisch regelmäßige Auszahlungen generieren.

Warum für Kinder sparen?

Unsere Kinder sind uns lieb und teuer. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes geben Familien mit einem Kind durchschnittlich 763 Euro im Monat für den Nachwuchs aus. Beim zweiten oder dritten Kind reduzieren sich die Pro-Kopf-Ausgaben zwar, dennoch kommen erhebliche Beträge zusammen, bis Kinder finanziell auf eigenen Füßen stehen können.

 

Gerade an der Schwelle zum Erwachsenwerden stehen oft größere Ausgaben an:

 

  • der Führerschein und das erste Auto wollen finanziert sein. Für den Fahrschulbesuch ist mit rund 2.000 Euro zu rechnen, ein Fahrzeug kostet ein Mehrfaches davon;

 

  • Sprachreisen und längere Auslandsaufenthalte sind geplant - gerne nach Schulabschluss und vor Beginn einer Ausbildung. Je nach Ziel, Dauer und Gegenstand von Auslandsreisen fallen Beträge bis 10.000 Euro und mehr an; für Studium oder Ausbildung wird oft finanzielle Unterstützung der Eltern benötigt. Ein Studium kostet zwischen 36.000 Euro und 75.000 Euro. Auch wenn nebenher gejobbt wird, reicht das in der Regel nicht zur Studienfinanzierung „aus eigener Kraft“. Bei der Ausbildung kommt es darauf an, ob und in welcher Höhe Ausbildungsvergütungen gezahlt werden. Schulische Ausbildungen müssen selbst finanziert werden, wenn kein BAföG-Anspruch besteht;

 

  • über die Finanzierung des Lebensunterhaltes hinaus können Kinder weitere finanzielle Unterstützung gut gebrauchen - zum Beispiel für Einrichtung einer ersten Wohnung, als Startkapital für die Selbständigkeit, zur Gründung einer eigenen Familie, für späteren Immobilienerwerb oder zur persönlichen Vorsorge.

 

Alle genannten Ausgabenanlässe sind gute Gründe, um für Kinder zu sparen. In erster Linie sehen sich Eltern in der Pflicht. Aber auch Großeltern sind oft gerne bereit, etwas für ihre Enkel zurückzulegen.

Was ist beim Sparen für Kinder zu beachten?

Das magische Dreieck der Geldanlage

 

Wie bei jeder Geldanlage gilt beim Sparen für Kinder das magische Dreieck mit den konkurrierenden Zielen Liquidität, Sicherheit und Rentabilität. Liquidität im Sinne einer jederzeitigen Verfügbarkeit des Geldes besitzt hier eher untergeordnete Bedeutung. Entscheidend ist, dass das Geld verfügbar ist, wenn das Kind es braucht - zum Beispiel sobald der Führerschein ansteht.

 

Sicherheit ist stets ein wichtiges Ziel und steht in Konkurrenz zur Rentabilität. 100prozentige Sicherheit gibt es nicht - auch nicht beim klassischen Sparbuch. Es kann sinnvoll sein, ein begrenztes Risiko in Kauf zu nehmen, um höhere Renditen zu erzielen. Das gilt insbesondere, wenn auf längere Sicht gespart wird, weil sich dann der sogenannte Zinseszinseffekt voll auswirken kann.

 

Zinseszinseffekt

 

Der Zinseszinseffekt bewirkt bei Wiederanlage zwischenzeitlicher Kapitalerträge eine Dynamisierung des Vermögenswachstums. Angelegte Kapitalerträge erzielen wieder Erträge, ebenso deren Erträge usw.. Der Zinseszinseffekt wirkt umso stärker, je länger gespart wird und je höher die erzielte Rendite ist.

 

Zinseszinseffekt - ein Beispiel

 

Ein Sparplan mit einer Monatsrate von 100 Euro erreicht nach 10 Jahren bei 0,5 Prozent Rendite p.a. ein Endkapital von 12.306,87 Euro - der Zinseszinseffekt macht 306,87 Euro aus. Bei 4 Prozent Rendite p.a. sind es 12.719,49 Euro - der Zinseszinseffekt beträgt 2.719,49 Euro, fast neunmal so viel. Hier geht's zum Zinseszinsrechner.

 

Steuervorteile nutzen

 

Sparen für Kinder bringt steuerliche Vorteile mit sich, wenn die Geldanlage auf den Namen des Kindes erfolgt und es sich tatsächlich um geschenktes Geld handelt. Für jedes Kind gilt dann nicht nur der Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro, sondern dem Kind steht im Rahmen der Einkommensbesteuerung auch der steuerliche Grundfreibetrag (2022: 9.984 Euro) und der Sonderausgaben-Pauschbetrag (36 Euro) zu. Wenn sonst keine anderen steuerpflichtigen Einkünfte erzielt werden, können so Kapitalerträge von mehr als 10.000 Euro p.a. steuerfrei bleiben.

 

Zu beachten ist: es darf sich nicht um ein reines Steuersparmodell handeln. Eltern müssen das Geld im Interesse des Kindes verwalten und dürfen es nicht nach Gutdünken verwenden. Spätestens mit Erreichen der Volljährigkeit kann das Kind ohne Einschränkungen selbst über das Geld verfügen. Verfügungsrechte der Eltern enden dann.

 

Sonderkonditionen für junge Leute

 

Manche Anbieter haben eigene Produktlösungen für junge Leute mit Sonderkonditionen kreiert. Für einen Fondssparplan wird dann zum Beispiel eine Prämie gezahlt, die Depot- oder Kontoführung ist kostenlos oder es gibt höhere Zinsen und zusätzliche Boni auf einem Anlagekonto. Solche Angebote können beim Sparen für Kinder genutzt werden.

Welche Möglichkeiten des Sparens gibt es?

Grundsätzlich sind alle Formen des Sparens einsetzbar, um etwas für Kinder zurückzulegen: konkret das klassische Sparbuch, ein Tagesgeldkonto, Banksparpläne oder Fonds- und Wertpapiersparen.

 

Verzinste Sparformen besitzen allerdings den Nachteil, dass sie wegen der anhaltenden Niedrigzinssituation kaum Erträge bringen, bei größeren Sparbeträgen drohen sogar Negativzinsen.

 

Berücksichtigt man zusätzlich die Inflation, bedeutet herkömmliches Sparen einen teilweisen realen Vermögensverlust - vor allem bei längerfristigen Anlagen.

 

Bausparvertrag

 

Bausparen ist eine Möglichkeit, um den Weg zu späterem Wohneigentum zu ebnen. Auf einem Bausparkonto wird mit regelmäßigen Sparraten Kapital gebildet. Ist der Bausparvertrag zuteilungsreif, kann zusätzlich ein Bauspardarlehen in Anspruch genommen werden. Die Konditionen stehen von Anfang an fest.

 

Viele Bausparkassen bieten für Kinder und junge Leute Sonderkonditionen. Außerdem gibt es staatliche Förderung. Ab einem Alter von 16 Jahren besteht (bis zu bestimmten Einkommensgrenzen) Anspruch auf Wohnungsbauprämie, ggf. können Vermögenswirksame Leistungen - zum Beispiel im Rahmen eines Ausbildungsverhältnisses - genutzt werden.

 

Die Förderung bedeutet zusätzliche Erträge, dadurch kann sich trotz geringer Verzinsung eine angemessene Rendite ergeben.

 

Festgeld

 

Festgeldanlagen bieten den Vorteil, dass man vorher genau weiß, zu welchem Zeitpunkt wie viel Geld zur Verfügung steht. Es eignet sich daher gut für fest terminierte Vorhaben mit bekanntem Kapitalbedarf. Auch bei Festgeldanlagen zehrt die Inflation am Vermögen und die Zinsen sind bescheiden. Bei Auslandsbanken werden zum Teil höhere Zinssätze geboten - bis zu 1,5 Prozent p.a.. Die Anlageperspektive ist kurz- bis mittelfristig.

 

Fondssparen

 

Fondssparen bedeutet primär Sparen in Aktienfonds. Gut gelingt das mit Fondssparplänen. Dabei wird regelmäßig ein konstanter Betrag in Fonds angelegt. Zusätzliche Einmalzahlungen sind oft möglich. Investmentfonds agieren nach dem Prinzip der Risikostreuung. Dadurch reduziert sich das Risiko von Aktieninvestments. Die Renditeperspektive ist deutlich besser als bei verzinsten Anlagen. Der Anlagehorizont ist mittelfristig bis langfristig.

Warum Fondssparpläne eine gute Lösung sind

Mit Fondssparplänen lässt sich sehr gut gezielt Vermögen für Kinder aufbauen. Wenn in Aktienfonds gespart wird, sind Renditen deutlich über der Inflationsrate erzielbar, so dass es zu einer echten Vermögensmehrung über die Sparbeiträge hinaus kommt. Dank der regelmäßigen Sparraten entsteht der sogenannte Durchschnittskosten-Effekt (Cost-Average-Effekt). Er mindert Wertschwankungen durch Kursveränderungen.

 

Fondssparpläne sind in der Regel sehr flexibel. Zwischenzeitliche Ratenanpassungen bis zur Sparplan-Einstellung sind ebenso möglich wie Verfügungen oder Einmalzahlungen. Die genauen Bedingungen hängen vom jeweiligen Anbieter ab. Anbieter sind Banken, Investmentgesellschaften und Online-Broker.

 

Eine besonders günstige Lösung bieten ETF-Sparpläne.

 

ETF’s (Exchange Traded Funds) sind börsengehandelte Investmentfonds, die mit ihren Anlagen Indizes nachbilden. Diese Anlagestrategie ist simpel, aber erfolgreich. Sie verursacht vor allem wenig Aufwand, dadurch sind ETF’s im Vergleich zu herkömmlichen Fonds sehr kostengünstig.

 

Es gibt keine Ausgabe- oder Rücknahmeaufschläge, nur die jährlichen Verwaltungsgebühren und Kosten für Börsenhandel sowie Depotführung (oft kostenlos) fallen an. Die niedrigen Kosten wirken sich vorteilhaft auf die Rendite aus.

 

Mit ETF’s kann man sehr einfach in ganze Märkte investieren - zum Beispiel in den deutschen oder den US-Aktienmarkt. Auch weltweite Streuung ist möglich (u.a. mit MSCI World-ETF’s). Hier ist das Verhältnis von Rendite und Risiko besonders ausgewogen.

ETF Sparplan einrichten: So geht's

Hier findest du eine Auswahl der besten Depotanbieter für ETF Sparpläne.

Sparen für Kinder

ANGEBOT:

  • Angebot Sparplan: 1.902 ETF Sparpläne
  • davon: 1.902 kostenlose ETF Sparpläne
  • Gebühren Sparplan: 0,00 € je Ausführung
  • Depotgebühren: kostenlos
Sparen für Kinder

ANGEBOT:

  • Angebot Sparplan: 1.500 ETF Sparpläne
  • davon: 1.500 kostenlose ETF Sparpläne
  • Gebühren Sparplan: 0,00 € pro Ausführung
  • Depotgebühren: kostenlos
Sparen für Kinder

ANGEBOT:

  • Angebot Sparplan: 1.000 ETF Sparpläne
  • davon: 134 kostenlose ETF Sparpläne
  • Gebühren Sparplan: 1,50 % pro Ausführung
  • Depotgebühren: kostenlos
Sparen für Kinder

ANGEBOT:

  • Angebot Sparplan: 646 ETF Sparpläne
  • davon: 270 kostenlose ETF Sparpläne
  • Gebühren Sparplan: 1,50 % pro Ausführung
  • Depotgebühren: kostenlos

Wie lässt sich die Auszahlung gestalten?

Oft wird angespartes Geld in einer Summe benötigt, manchmal aber auch nicht - zum Beispiel wenn ein Studium finanziert werden soll. Dann sind regelmäßige monatliche Auszahlungen zur Bestreitung des Lebensunterhalts gefragt. Für solche Zwecke gibt es Auszahlpläne.

 

Beispiel Auszahlplan

 

Ein angespartes Kapital von 35.000 Euro soll bei einer Verzinsung von 2 Prozent über 4 Jahre ausgezahlt werden. Die mögliche monatliche Auszahlung im Rahmen eines Auszahlplans (vollständiger Kapitalverzehr) beträgt 757,78 Euro. Bei 4 Prozent Verzinsung wären es 786,48 Euro.

 

Bei Auszahlplänen mit fester Verzinsung steht der Auszahlbetrag fest. Anders sieht es bei Auszahlplänen aus, bei denen zumindest ein Teil des jeweils verbleibenden Kapitals in Aktien bzw. Aktienfonds angelegt ist - wegen möglicher Wertschwankungen.

 

Dann muss eine Auszahlstrategie festgelegt werden - man kann konstante Entnahmen tätigen, dann kann es vorkommen, dass das Kapital schneller aufgebraucht ist als geplant.

 

Oder es wird immer ein gleicher Prozentsatz des jeweils aktuellen Kapitals entnommen, dann ist das Risiko eine geringere Auszahlung als eigentlich kalkuliert. Risiken stehen spiegelbildlich auch Chancen gegenüber.

Autorenbeschreibung

Autorenfoto Ricardo Tunnissen

Ricardo Tunnissen

diplomierter Bankbetriebswirt BankColleg
zertifizierter VR-Gewerbekundenberater RWGA

Über den Autor

Ricardo Tunnissen hat das Bankgeschäft von der Pike auf gelernt. Nach Abschluss seiner Ausbildung zum Bankkaufmann IHK, bei einer regionalen Volksbank, startete er als Privatkundenberater mit einer Veranwortung für über 3.000 eigene Kunden.

Sowohl während seiner Zeit als Finanzierungsspezialist in der privaten Baufinanzierung, sowie als Gewerbekundenberater in der Firmen- und Gewerbekundenabteilung, bildete er sich zum zertifizierten VR-Gewerbekundenberater RWGA weiter.

Es folgte ein berufsbegleitendes Studium zum Bankfachwirt BankColleg, Bankbetriebswirt BankColleg und zuletzt zum diplomierten Bankbetriebswirt BankColleg auf dem Campus Schloss Montabaur.

Erfahre hier mehr über die fachlichen Qualifikationen und die berufliche Expertise vom Autor.

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