Rentenlücke schließen

Berechnung und Lösungswege

Wer heute jung ist und mit Elan in seinem Beruf durchstartet, dem liegt der Gedanke an Ruhestand und Rente fern. Trotzdem sollte man sich so früh wie möglich damit befassen. Denn auf die gesetzliche Rente zu vertrauen heißt auf Sand zu bauen. Es droht die Rentenlücke. Wie du deine Rentenlücke schließen kannst, darum geht es in diesem Beitrag.

Die wichtigsten Punkte:

  • Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen dem letzten Nettoeinkommen und den Altersbezügen bzw. dem Einkommensbedarf im Alter.
  • Die gesetzliche Rente gerät durch den demografischen Wandel und die steigende Lebenserwartung zunehmend unter Druck. Deshalb ist private Altersvorsorge besonders wichtig.
  • Es gibt viele Möglichkeiten, um eine drohende Rentenlücke zu schließen. Es geht stets um systematischen Vermögensaufbau für zusätzliches Einkommen im Alter.
  • Eine gute Vorsorgeberatung hilft, eine zielführende Strategie für die Schließung der Rentenlücke zu entwickeln und umzusetzen.

Was ist die Rentenlücke?

Es gibt unterschiedliche Definitionen des Begriffs Rentenlücke. Häufig wird darunter die Differenz zwischen dem letzten monatlichen Nettoeinkommen vor Renteneintritt und den Altersbezügen (gesetzliche, ggf. zuzüglich betriebliche Altersversorgung) verstanden.

 

Manchmal wird statt des Nettoeinkommens auch auf das Bedarfseinkommen im Alter abgestellt. Es kann niedriger sein als das letzte Nettoeinkommen, aber auch höher. Unabhängig davon welches Einkommen gilt, die Altersbezüge liegen meist darunter. Daraus ergibt sich die Rentenlücke automatisch. Um diese Rentenlücke zu schließen, ist private Altersvorsorge notwendig.

 

Rentenlücke: so könnte sie aussehen:

 

Rentenlücke schließen

Warum wird die Rentenlücke größer?

Das gesetzliche Rentensystem wird künftig immer weniger in der Lage sein, einen angemessenen Lebensstandard im Alter zu garantieren. War die gesetzliche Rente in früheren Zeiten Hauptquelle des Alterseinkommens, wird sie bald nur noch ein Grundeinkommen sicherstellen können.

 

Dafür gibt es zwei Gründe:

 

  • den demografischen Wandel und
  • die steigende Lebenserwartung.

 

Konsequenz: die Rentenversicherung muss länger Rente zahlen und immer mehr Rentenbeziehern stehen immer weniger Beitragszahler gegenüber. Das kann auf Dauer nur mit Leistungseinschränkungen funktionieren - durch längere Lebensarbeitszeit und/oder ein niedrigeres Rentenniveau. Die betriebliche Altersversorgung - sofern vorhanden - reicht oft nicht aus, um die Rentenlücke zu schließen, deshalb tut private Vorsorge Not.

 

Rentenlücke berechnen

Wie lässt sich die Rentenlücke schließen?

Systematischer Vermögensaufbau mit privater Altersvorsorge

 

Die Rentenlücke schließen bedeutet stets, durch Sparen systematisch Vermögen aufzubauen, um später ein Zusatzeinkommen zu generieren. Das ist das Grundprinzip der privaten Altersvorsorge.

 

Die Höhe des möglichen Vorsorgekapitals wird von zwei Parametern bestimmt:

 

  • von den Sparbeiträgen und
  • der Rendite.

 

Unterstellt man Wiederanlage von Kapitalerträge, ergibt sich ein Zinseszinseffekt und das Kapitalwachstum dynamisiert sich im Zeitablauf - umso stärker, je rentierlicher investiert wird.

 

Beispiel: Um ein Vorsorgekapital von 150.000 Euro aufzubauen, sind über einen Zeitraum von 30 Jahren bei einer Rendite von 2 Prozent (mit Zinseszinseffekt) monatliche Sparleistungen in Höhe von 304,82 Euro notwendig. Bei 6 Prozent Rendite beträgt die erforderliche monatliche Sparrate für das gleiche Ergebnis nur 153,13 Euro.

 

Die private Renten- oder Lebensversicherung

 

Renten- und (Kapital-)Lebensversicherungen bilden Klassiker der privaten Altersvorsorge. Bei beiden Lösungen wird über regelmäßige Beiträge systematisch Kapital fürs Alter angespart. Bei der Rentenversicherung erfolgt die Auszahlung als monatliche Rente bis zum Lebensende (Leibrente), bei der Lebensversicherung als Einmalbetrag, der sich dann ggf. verrenten lässt.

 

Beide Versicherungsformen bieten zusätzlich eine Risikoabdeckung:

 

Bei der privaten Rentenversicherung wird das Langlebigkeitsrisiko versichert, bei der Lebensversicherung das (vorzeitige) Todesfallrisiko. Sicherheit ist bei beiden Vorsorgelösungen Trumpf, allerdings leidet die Rendite unter den anhaltenden Niedrigzinsen. Es gibt rentierlichere Möglichkeiten.

 

Staatlich geförderte private Altersvorsorge

 

Private Altersvorsorge und systematischer Vermögensaufbau werden staatlich gefördert. Die bekannteste Förderung ist die „Riester-Rente“. Primär für Selbständige ist die „Rürup-Rente“ gedacht. Die Förderung erfolgt über Zulagen oder Steuervorteile. Für die Anlage - bevorzugt in Rentenversicherungen und Fondssparplänen - gelten strikte Vorgaben, die die Flexibilität stark einschränken.

 

Die Förderung hat einen positiven Rendite-Effekt, der manchen Nachteil förderfähiger Produkte ausgleichen kann.

 

Weitere Möglichkeiten, „gefördert“ zu sparen:

 

  • Direktversicherung im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge;
  • Vermögensbildung mit vermögenswirksamen Leistungen vom Arbeitgeber (Arbeitnehmersparzulage);
  • Bausparen mit Bausparförderung (Wohnungsbauprämie).

 

Fondssparpläne und Fondspolicen

 

Ein Fondssparplan ist ein Vertrag über regelmäßige Sparbeiträge, die in ausgewählte Investmentfonds investiert werde - oft in Aktienfonds. Damit sind zwar gewisse Kursrisiken verbunden. Diese halten sich aber in Grenzen, da breit gestreut investiert wird und sich Kursschwankungen im Zeitablauf oft ausgleichen.

 

Renditen von sechs bis acht Prozent p.a. sind auf lange Sicht durchaus möglich. Besonders vorteilhaft, weil sehr kostengünstig lässt sich mit ETF-Sparplänen (ETF = börsengehandelter Fonds) Vermögen bilden. Sparpläne sind generell flexibel und bei Bedarf anpassbar. Fondspolicen sind Fondssparpläne in einem Versicherungsmantel – entweder in Form einer Rentenversicherung oder einer Lebensversicherung.

 

Weitere Optionen und Alternativen

 

Grundsätzlich können auch andere Anlageformen für Kapitalaufbau genutzt werden. Dabei sollte man auf einen guten Mix achten und nach dem Prinzip der Risikostreuung in unterschiedliche Anlageklassen investieren.

 

Eine wichtige Alternative oder Ergänzung zur privaten Altersvorsorge über Geldanlagen ist Immobilieneigentum - stets mit langfristiger Kapitalbindung verbunden. Die eigene Immobilie spart im Alter Miete oder generiert zusätzliche Erträge durch Mieteinnahmen. Das Immobilienvorhaben muss aber gut durchkalkuliert und solide finanziert sein.

 

Absicherung nicht vergessen

 

Zur Vorsorge gehört die finanzielle Absicherung von existenziellen Risiken und von Vermögensrisiken.

 

Wichtige Versicherungen in diesem Zusammenhang sind:

 

Rentenlücke schließen - warum Vorsorgeberatung wichtig ist

Die Rentenlücke stellt sich bei jedem anders dar. Deshalb sind individuelle Lösungen notwendig, um die Rentenlücke zu schließen. Die Basis sollte stets eine ausführliche Finanzanalyse und -planung bilden. Diese erfolgt heute typischerweise mit einer entsprechenden Software, die die komplexen Zusammenhänge abbilden und berücksichtigen kann.

 

Eine kompetente und an deinem persönlichen Bedarf orientierte Vorsorgeberatung ist wichtig, denn es geht oft um eine Menge Geld, langfristige Festlegungen und dein finanziell sorgenfreies Leben im Alter.

Autorenbeschreibung

Autorenfoto Ricardo Tunnissen

Ricardo Tunnissen

diplomierter Bankbetriebswirt BankColleg
zertifizierter VR-Gewerbekundenberater RWGA

Über den Autor

Ricardo Tunnissen hat das Bankgeschäft von der Pike auf gelernt. Nach Abschluss seiner Ausbildung zum Bankkaufmann IHK, bei einer regionalen Volksbank, startete er als Privatkundenberater mit einer Veranwortung für über 3.000 eigene Kunden.

Sowohl während seiner Zeit als Finanzierungsspezialist in der privaten Baufinanzierung, sowie als Gewerbekundenberater in der Firmen- und Gewerbekundenabteilung, bildete er sich zum zertifizierten VR-Gewerbekundenberater RWGA weiter.

Es folgte ein berufsbegleitendes Studium zum Bankfachwirt BankColleg, Bankbetriebswirt BankColleg und zuletzt zum diplomierten Bankbetriebswirt BankColleg auf dem Campus Schloss Montabaur.

Erfahre hier mehr über die fachlichen Qualifikationen und die berufliche Expertise vom Autor.

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