Investieren lernen

Die wichtigsten Begriffe erklärt

Geld richtig investieren will gelernt sein. Manche machen daraus sogar eine Wissenschaft. Trotzdem: studieren musst du nicht, um dein Geld gut anzulegen. Aber einige Grundbegriffe und Zusammenhänge sollte man schon kennen. Daher dieses kleine Kompendium.

Die wichtigsten Punkte:

  • Investieren bedeutet, sein Geld planmäßig und gezielt für systematischen Vermögensaufbau anzulegen.
  • Dafür stehen Finanzinstrumente und Vermögenswerte in unterschiedlichen Anlageklassen zur Verfügung.
  • Investiert werden sollte nach dem Prinzip der Risikostreuung und entsprechend der persönlichen Risikopräferenz. Höhere Rendite gibt es nur bei größerem Risiko.
  • Gute Möglichkeiten für privates Investieren bieten Investmentfonds, insbesondere ETF’s. Sie bieten ein gutes Rendite-Risiko-Verhältnis und sind kostengünstig;
  • Die wichtigsten Begriffe und Zusammenhänge beim Investieren und bei Investmentfonds werden nachfolgend erklärt.

Sparen, Investieren, Spekulieren - wo ist der Unterschied?

  • Beim Sparen geht es um die systematische Bildung einer Rücklage - für Unvorhergesehenes, für Anschaffungen oder bestimmte Vorhaben. Im Vordergrund stehen die Sicherheit und die Verfügbarkeit, wenn es darauf ankommt.

 

  • Investieren bedeutet Geldanlage mit „Mehrwert“. Vorhandenes Geld soll nicht nur einfach angesammelt werden, sondern es gilt, Vermögen planvoll und mit System zu mehren. Die Perspektive ist mittel- bis langfristig.

 

  • Beim Spekulieren will man schnellen Gewinn durch geschicktes Ausnutzen von Kurzzeit-Chancen. Die Perspektive ist kurzfristig, beim Trading sogar „kürzestfristig.“

Was sind Anlageklassen?

Anlageklassen (auch: Assetklassen, Anlagegattungen) sind Gruppen von Finanzinstrumenten oder Anlagegegenständen, die aufgrund gemeinsamer Eigenschaften - zum Beispiel: Risiko, Ertragsaussichten, Kapitalbindung, Übertragbarkeit usw. - zusammengefasst betrachtet werden können.

 

Eine gängige Klasseneinteilung ist die in:

 

  • Aktien
  • Renten
  • Immobilien
  • Rohstoffe (oft Edelmetalle als eigene Anlageklasse)
  • Bargeld und Geldmarktinstrumente (kurzfristige verzinsliche Geldanlagen)
  • Gegenstände mit Sammlerwert (Kunst, Antiquitäten, Oldtimer usw.)

 

Eine Grundempfehlung beim Investieren lautet: nicht nur auf eine Anlageklasse setzen, sondern mischen. Sehr gut möglich ist das mit Investmentfonds aus unterschiedlichen Anlageklassen. Mit welchen Gewichtungen, hängt von der jeweiligen Risikopräferenz ab.

Welche Anlagestrategien gibt es?

Eine Anlagestrategie ist ein methodischer Plan für Investment-Entscheidungen. Besonders häufig wird der Begriff im Zusammenhang mit Aktien-Investments bzw. Aktienfonds gebraucht.

 

Gängige Anlagestrategien sind:

 

  • Value-Strategie
  • Growth-Strategie
  • Dividenden-Strategie
  • Momentum-Strategie

 

Value-Strategie

Ansatz: Kauf unterbewerteter Aktien mit der Zielsetzung überdurchschnittliche Rendite durch Wertaufholung im Zeitablauf zu erzielen.

 

Growth-Strategie

Ansatz: Investment in Wachstumswerte mit der Zielsetzung überproportionale Kursgewinne durch dynamische Aufwärtsentwicklung zu erzielen.

 

Dividenden-Strategie

Ansatz: Kauf von ausschüttungsstarken Aktien mit der Zielsetzung zur Generierung eines ansehnlichen laufenden Dividenden-Einkommens.

 

Momentum-Strategie

Ansatz: Erwerb von Aktien mit zuletzt überdurchschnittlicher Performance mit der Zielsetzung eine Überperformance auch in Zukunft zu erzielen.

 

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Was macht die Rendite aus?

Die Rendite ist eine Kennzahl, die den Kapitalanlageerfolg zeigt und als Vergleichsgröße für Investment-Alternativen herangezogen wird. Sie wird üblicherweise auf Jahresbasis angegeben und beruht auf folgender einfacher Formel:

 

Gewinn x 100 / eingesetztes Kapital = Rendite in Prozent

 

Bei mehrjährigen Anlagen ist die Berechnung komplexer. Klammert man den Aufwand aus, hängt die Rendite maßgeblich vom Kapitalertrag ab. Er kann - je nach Kapitalanlage - unterschiedlich begründet sein: durch Zinserträge, Dividenden und/oder Kursgewinne.

 

Hier gelangst du zum Zinseszinsrechner.

Der Zusammenhang von Rendite und Risiko

Zwischen Rendite und Risiko von Kapitalanlagen besteht ein Zusammenhang. Höhere Renditen sind im Schnitt nur bei größeren Risiken erzielbar. Deshalb sind Aktien im Schnitt rentierlicher als verzinsliche Anlagen. Das Renditeplus kann als Risikoprämie für mehr Unsicherheit interpretiert werden.

 

Eine bessere Renditeerwartung bedeutet nicht, dass die höhere Rendite auch tatsächlich realisiert wird. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab - zum Beispiel von der Haltedauer sowie Einstiegs- oder Ausstiegszeitunkten.

Was heißt Risikopräferenz?

Unter Risikopräferenz oder Risikoeinstellung wird die persönliche Bereitschaft verstanden, für bessere Ertragschancen Risiken einzugehen.

 

Man unterscheidet:

 

  • risikoscheu: Sicherheit zählt mehr als Ertrag, die typische Risikoeinstellung des Sparers.

 

  • risikobereit: ist ein Anleger, der für bessere Ertragschancen in kalkulierbarem Umfang Risiken akzeptiert - die richtige Einstellung fürs Investieren.

 

  • risikofreudig: sind Akteure, die selbst für kleine Ertragschancen größere Risiken in Kauf nehmen - die Risikopräferenz von Spekulanten.

Was versteht man unter Investmentfonds?

Ein Investmentfonds ist ein Investmentvermögen oder Sondervermögen, das von einer Investmentgesellschaft verwaltet wird.

 

Man unterscheidet offene und geschlossene Investmentfonds.

 

  • Bei offenen Fonds können von Anlegern jederzeit Anteile erworben und zurückgegeben werden. Richten sich die Fonds an ein breites Anlegerpublikum, spricht man auch von Publikumsfonds.

 

  • Bei geschlossenen Fonds (rechtlich: Alternative Investmentfonds) erwirbt man dagegen eine unternehmerische Beteiligung ohne jederzeitige Ausstiegsmöglichkeit.

 

Offene Fonds investieren grundsätzlich nach dem Prinzip der Risikostreuung. Geschlossene Fonds sind auf ausgewählte Vorhaben und Projekte ausgerichtet.

Welche Fondsarten gibt es?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Investmentfonds zu klassifizieren. Eine gängige ist die Einteilung nach Anlageklassen.

 

Demnach unterscheidet man:

 

  • Aktienfonds: investieren ganz überwiegend in Aktien.
  • Rentenfonds: legen in Staats- und/oder Unternehmensanleihen an.
  • Immobilienfonds: gibt es als offene oder geschlossene Immobilienfonds. Der Investmentfokus liegt auf Immobilien - bei offenen Fonds breit gestreut, bei geschlossenen auf einzelnen Objekten oder Projekten.
  • Rohstofffonds: investieren in Rohstoffe oder rohstoffbezogene Werte.
  • Geldmarktfonds: fokussieren sich auf liquide und kurzfristige Geldanlagen.
  • Mischfonds: legen ihr Geld in mindestens zwei Anlageklassen an, häufig in Aktien und Anleihen.
  • Dachfonds: investieren in Investmentfonds, oft aus unterschiedlichen Anlageklassen.

Was sind ETF’s?

Das Kürzel ETF steht für Exchange Traded Fund bzw. börsengehandelter Fonds - ein besonderer Typ von Investmentfonds, der in den letzten Jahren einen ungeheuren Boom erlebt hat. ETF‘s bilden in der Regel Indizes nach, die Bezeichnung Indexfonds ist fast ein Synonym. Durch ihre Konstruktion entwickeln sich ETF‘s nahezu gleich wie ihr jeweiliger Bezugsindex.

 

Das Fondsmanagement beschränkt sich auf die Indexkopierung und ist dadurch sehr einfach. Die meisten ETF’s beziehen sich auf Aktienmärkte bzw. Aktienindizes. Sie bieten fürs Investieren ein gutes Rendite-Risiko-Verhältnis und sind kostengünstig.

Was sind Derivate?

Ein Derivat ist ein Finanzinstrument, dessen Wert sich auf einen Basiswert bezieht und sich in Abhängigkeit von diesem entwickelt. Oft ist ein Hebeleffekt eingebaut: das Derivat weist wesentlich stärkere Kurs- oder Wertveränderungen auf als sein Basiswert.

 

Typische Derivate sind

 

  • Optionen bzw. Optionsscheine,
  • Futures,
  • Zertifikate und
  • CFDs (Differenzkontrakte).

 

Derivate werden sehr oft spekulativ eingesetzt, sie können aber auch Absicherungszwecken dienen. Der Umgang mit Derivaten erfordert besondere Kenntnis von Wirkungsweise und Einsatzmöglichkeiten - nichts für Anfänger!

Autorenbeschreibung

Autorenfoto Ricardo Tunnissen

Ricardo Tunnissen

diplomierter Bankbetriebswirt BankColleg
zertifizierter VR-Gewerbekundenberater RWGA

Über den Autor

Ricardo Tunnissen hat das Bankgeschäft von der Pike auf gelernt. Nach Abschluss seiner Ausbildung zum Bankkaufmann IHK, bei einer regionalen Volksbank, startete er als Privatkundenberater mit einer Veranwortung für über 3.000 eigene Kunden.

Sowohl während seiner Zeit als Finanzierungsspezialist in der privaten Baufinanzierung, sowie als Gewerbekundenberater in der Firmen- und Gewerbekundenabteilung, bildete er sich zum zertifizierten VR-Gewerbekundenberater RWGA weiter.

Es folgte ein berufsbegleitendes Studium zum Bankfachwirt BankColleg, Bankbetriebswirt BankColleg und zuletzt zum diplomierten Bankbetriebswirt BankColleg auf dem Campus Schloss Montabaur.

Erfahre hier mehr über die fachlichen Qualifikationen und die berufliche Expertise vom Autor.

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