Interview mit Carlos Link-Arad

Co-Founder von Beyond Saving

Hier gelangst du direkt zu Beyond Saving: www.beyondsaving.de

Hallo Carlos, riesen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Mit Beyond Saving hast du 2020 eine Plattform ins Leben gerufen, um Finanzbildung zu einem unterhaltsamen Erlebnis zu machen. Was genau ist die Idee dahinter?

Danke dir für die Einladung! Die Idee hinter der Plattform ist es einen Ort zu schaffen, an dem Menschen Spaß daran haben sich mit Finanzen zu beschäftigen. Wir sehen, dass bereits sehr viel in dem Bereich getan wird, merken aber immer wieder, dass grundlegende Dinge noch viel zu kompliziert erklärt werden und das wiederum verschreckt Menschen.

 

Aus dem Grund ist Anfang 2020 auch die Idee zur Entwicklung einer Lern-App entstanden. Du kannst Sie dir als interaktiver, mobiler Video-Kurs mit Quiz-Duell Elementen vorstellen.

Auf eurer Homepage schreibt ihr, dass der Mangel an finanzieller Bildung einer der Hauptursachen für Stress, Beziehungsprobleme und Altersarmut ist. Haben die Deutschen deiner Meinung nach bei dem Thema Finanzen Nachholbedarf?

Absolut. Laut einer Umfrage von BlackRock sind Finanzen der größte Stressfaktor in unserem Alltag – für 35 Prozent der Teilnehmer. Auch eine Studie der norisbank hat gezeigt, dass ca. 75 Prozent der Deutschen Probleme beim Einschlafen aufgrund ihrer finanziellen Situation haben.

 

Das Gravierende daran ist, dass eine schlechte Finanzbildung nicht nur Auswirkungen auf unseren Kontostand hat, sondern ganz offensichtlich auch auf unsere physische und mentale Gesundheit.

Was sind deiner Meinung nach die Hauptgründe, dass sich viele Menschen nicht gut mit ihren Finanzen auskennen und welche Lösungen siehst du?

Mangelnde Finanzbildung, kein Bewusstsein für die Wichtigkeit des Themas und generationsübergreifende, negative Erfahrungen in der Finanzwelt. Meine Eltern waren zu Dotcom-Zeiten selbst in Telekom-Aktien investiert und mussten große Verluste realisieren, die zwar nicht existenzieller Natur waren, aber einen großen Einfluss auf ihre Einstellung gegenüber der Geldanlage an Börsen hatten.

 

Bis heute bekomme ich regelmäßig kritische Blicke, wenn ich mein Portfolio erkläre. So ergeht es vielen anderen Deutschen. Dieses negative Mindset wird von Generation zu Generation übertragen.

 

Außerdem mangelt es an einer Integration des Themas in den schulischen Lehrplan. Aktuell lernen nur ca. 10 Prozent der Deutschen etwas über Finanzen in der Schule – das ist eindeutig zu wenig, wenn man sich der Relevanz des Themas einmal bewusst wird. Für mich ist die Einbindung in die schulische Ausbildung die Kernlösung. Ein Blick nach Skandinavien zeigt, dass das Modell funktioniert. Dort nutzen Grundschulkinder bereits ein Lern-App, mit der sie lernen mit Budgets umzugehen.

 

Dahin zu kommen, ist mein absolutes Ziel für die kommenden 10 Jahre.

„Über Geld spricht man nicht“ Was denkst du über diesen Satz?

Ich würde ihn abändern zu: „Über Geld muss man nicht sprechen.“

 

Wenn ich eines in den letzten Jahren gelernt habe, dann ist es, dass meine wichtigsten Lernerfahrungen aus dem Austausch mit anderen Menschen entstanden sind. Ob Sport, Finanzen oder Reisen – wer sich mit anderen Menschen austauscht, lernt und macht Fortschritte. Der Satz verdient ein großes Upgrade. Über Geld darf man sprechen, es hilft.

Ein großer Bestandteil finanzieller Bildung ist die Geldanlage. Vielleicht magst du uns noch verraten, wie du selbst dein Geld anlegst. Das Sparbuch ist sicherlich nicht die beste Anlageform, oder?

Das Sparbuch bzw. Tagesgeldkonto spielt bei uns nur für das Thema Notgroschen eine Rolle. Dieses Geld möchte ich keinen Schwankungen unterwerfen. Alles andere Geld wird breit in ein ETF-Portfolio investiert. Wir nutzen ein leicht modifiziertes Modell vom Allwetter-Portfolio des legendären Ray Dalio.

 

Mein Fokus liegt immer darin, möglichst stabil Vermögen aufzubauen. Das gelingt uns mit einer breiten Diversifikation über Aktien, Immobilien, Rohstoffe und Anleihen.

 

Hier liegt auch einer meiner wichtigsten Tipps für Anleger: Fokussiert euch nicht immer auf „potenzielle“ Renditen. Verschafft euch mit einer breiten Diversifikation ein wenig Entspannung in turbulenten Phasen und genießt den späteren Aufschwung. Lasst euch von Daytradern nicht blenden – dadurch bauen nur die wenigsten erfolgreich Vermögen auf.

Last but not least. Was rätst du Menschen (ob jung oder alt), wenn sie sich näher zu verschiedenen Finanzthemen informieren wollen? Was sind hierbei wichtige Schritte?

Ihr müsst keine Finanzexperten sein, um Finanzen zu verstehen. Lernt die wichtigsten Konzepte kennen. Darunter fallen beispielsweise:

 

Was ist Inflation?

Was sind Rendite und Risiko?

Wir funktionieren Aktien und ETFs?

Was bedeutet Diversifikation?

 

Auf YouTube findet ihr eine Menge toller Kanäle, wie z.B. Finanzfluss bei denen ihr viel lernen könnt. Und stellt Fragen, das ist unglaublich a. Für diejenigen, die ein wenig experimentieren wollen, gibt es außerdem sogenannte Börsenspiele, bei denen ihr mit virtuellem Geld ein wenig investieren könnt. Egal, welche finanzielle Entscheidung ihr trefft, informiert euch vorher drüber.

 

Vielen lieben Dank für das spannende Interview, Carlos. Ich wünsche euch bei eurem Vorhaben weiterhin größtmöglichen Erfolg und freue mich darüber, mit dir in Kontakt zu stehen.

Das Interview führte

Autorenfoto Ricardo Tunnissen

Ricardo Tunnissen

diplomierter Bankbetriebswirt BankColleg
zertifizierter VR-Gewerbekundenberater RWGA

Über den Autor

Ricardo Tunnissen hat das Bankgeschäft von der Pike auf gelernt. Nach Abschluss seiner Ausbildung zum Bankkaufmann IHK, bei einer regionalen Volksbank, startete er als Privatkundenberater mit einer Veranwortung für über 3.000 eigene Kunden.

Sowohl während seiner Zeit als Finanzierungsspezialist in der privaten Baufinanzierung, sowie als Gewerbekundenberater in der Firmen- und Gewerbekundenabteilung, bildete er sich zum zertifizierten VR-Gewerbekundenberater RWGA weiter.

Es folgte ein berufsbegleitendes Studium zum Bankfachwirt BankColleg, Bankbetriebswirt BankColleg und zuletzt zum diplomierten Bankbetriebswirt BankColleg auf dem Campus Schloss Montabaur.

Erfahre hier mehr über die fachlichen Qualifikationen und die berufliche Expertise vom Autor.

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