Ein Geschäftskonto ist – genau wie ein privates Konto – ein Kontokorrentkonto. Es dient dir zur Abwicklung des Zahlungsverkehrs mit deinen Kunden, Lieferanten und Geschäftspartnern.
Oft gilt die Eröffnung eines Geschäftskontos als Grundstein für eine langfristige Geschäftsverbindung mit der Bank. Sofern du die Expansion deines Unternehmens planst und hierfür eine Finanzierung benötigst, wird die Eröffnung eines Geschäftskontos bei der finanzierenden Bank meist als Voraussetzung genannt.
Die wichtigsten Punkte:
Ein Geschäftskonto dient dazu, die geschäftlichen Buchungen getrennt von den privaten Buchungen zu listen. Diese Vorgehensweise führt unter anderem dazu, dass du einen besseren Überblick über deine Finanzen behalten kannst. Spätestens bei der Erstellung deiner jährlichen Steuererklärung wirst du froh sein, dass du dich für ein separates Geschäftskonto entschieden hast, da du so alle geschäftlichen Umsätze und Buchungen sauber von den privaten unterscheiden kannst.
Zu den Buchungen, die du zukünftig über dein Geschäftskonto laufen lassen solltest, zählen:
Anhand der IBAN Nummer kannst du nicht erkennen, ob es sich um ein Geschäftskonto oder ein Privatkonto handelt. Beide haben in Deutschland genau 22 Stellen und sind damit gleich lang.
Worin sich Geschäftskonten sehr wohl von Privatkonten unterschieden sind die Leistungen, die dir geboten werden. Weiter unten in diesem Artikel werde ich dir eine genaue Übersicht der verschiedenen Leistungen von Geschäftskonten an die Hand geben. Nutze diese als Checkliste, um die für dich wichtigen Punkte anzukreuzen und mit den Angeboten der Banken zu vergleichen.
Ein Unterkonto (oder auch Nebenkonto genannt) wird in Kombination mit deinem Geschäftskonto (Hauptkonto) geführt und kann direkt bei der Kontoeröffnung oder auch erst im Nachgang eingerichtet werden. Die Einrichtung eines Unterkontos ermöglicht es dir, bestimmte Umsätze deines Unternehmens getrennt von anderen zu listen. Diese Vorgehensweise kann sich beispielsweise dann lohnen, wenn du Rücklagen für wiederkehrende, aber nicht monatliche Zahlungen bilden möchtest.
Mit der Einführung von SEPA (Single Euro Payments Area) ist ein einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum entstanden. Was früher noch Kontonummer und Bankleitzahl war, wurde mit SEPA durch IBAN und BIC ersetzt.
Mit dem sogenannten Lastschriftverfahren haben Unternehmen und Privatpersonen die Möglichkeit, Geld von anderen Konten einzuziehen. Hierzu stehen zwei verschiedene Verfahren zur Verfügung:
Das SEPA Basis-Lastschriftverfahren kann zwischen zwei Privatpersonen oder zwischen einer Privatperson und einem Unternehmen genutzt werden. Das SEPA Firmen-Lastschriftverfahren ist ausschließlich dem Lastschriftverkehr zwischen zwei Unternehmen vorbehalten.
Die Lastschriften bei einem Firmen-Lastschriftverfahren besitzen einen festen Fälligkeitstermin. Der Zahlungspflichtige muss dem Zahlungsempfänger vor dem Zahlungsvorgang ein entsprechendes "SEPA Firmen-Lastschrift-Mandat" erteilen und seine kontoführende Bank als Zahler vor der ersten Zahlung über die Erteilung des SEPA Firmen-Lastschrift-Mandats unterrichten.
Wichtig: Um ein SEPA Firmen-Lastschrift-Mandat erteilen zu können, musst du zwingend über ein Geschäftskonto verfügen. Ein reines Privatkonto bietet dir diese Möglichkeit nicht.
Kartenterminals sind besonders dann interessant für dich, wenn du ein Geschäft, einen Laden oder einen Kassenbereich betreibst, bei welchem du deinen Kunden sichere und komfortable bargeldlose Bezahlverfahren anbieten willst.
Wenn du dich für ein Kartenterminal entscheidest, werden - je nach Anbieter - unterschiedliche Gebühren auf dich zukommen. Hierbei solltest du sowohl auf einmalige Gebühren (beispielsweise für Anschaffungskosten und die Einrichtung durch einen Fachmann vor Ort), sowie laufende Gebühren achten.
Selbstverständlich hat der Einsatz eines Kartenterminals auch einige Vorteile für dich und deine Kunden:
Es bleibt zudem festzuhalten, dass die Möglichkeit, Einkäufe bargeldlos zu bezahlen, von den meisten Kunden nicht als besondere Serviceleistung, sondern als grundlegender Standard wahrgenommen wird.
Firmenkreditkarten können sowohl vom Kontoinhaber, als auch von bestimmten Mitarbeitern genutzt werden. Hast du Mitarbeiter, die eine eigene Kreditkarte erhalten sollen, welche über das Geschäftskonto abgerechnet wird?
Der Einsatz von Firmenkreditkarten für Mitarbeiter kann vor allem dann Sinn machen, wenn einzelne Mitarbeiter in der Vergangenheit öfters Rechnungen vor Ort bezahlt haben, die im Nachgang über die Buchhaltung verrechnet wurden. Durch die Aushändigung einer Firmenkreditkarte an ausgewählte Mitarbeiter kann daher viel Verwaltungsaufwand gespart werden.
Die Anforderungen eines Gründers, Selbstständigen oder Unternehmens an das Online Banking können sich massiv von denen einer Privatperson unterscheiden. Aus diesem Grund führen viele Banken spezielle Online Banking Software ein. Kleine bis mittlere Unternehmen, Freiberufler oder Selbstständige haben so die Möglichkeit, ihren gesamten Zahlungsverkehr mit nur einer Banking-Software zu regeln.
Buchhaltung und Finanzen sind oft zeitintensiv und mit viel Papierkram für dich verbunden. Aus diesem Grund haben einige Banken spezielle Buchhaltungssoftware eingeführt, welche dir dabei helfen, deine Finanzen im Blick zu behalten und Zahlungsströme zu organisieren.
Beispielhaft findest du hier drei mögliche Nutzen einer solchen Buchhaltungssoftware:
Gerade als Gründer, Selbstständiger oder Unternehmen ist Zeit ein knappes Gut. Um technische Probleme möglichst effizient lösen zu können, bieten viele Banken ihren Firmen- und Gewerbekunden eine sogenannte Fernwartung an. Dieser Service wird meist nur während der Geschäftszeiten nach telefonischer Absprache mit den zuständigen Support-Mitarbeitern (oder auch Spezialisten) zur Verfügung gestellt.
ANGEBOT:
ANGEBOT:
ANGEBOT:
ANGEBOT:
Da ein Geschäftskonto meist deutlich teurer ist, als ein reines Privatkonto, überlegen viele Menschen, ob sie wirklich ein separates Geschäftskonto eröffnen sollen. Den Nutzen eines Geschäftskontos kennst du bereits und kannst somit abwägen, inwieweit du die zusätzlichen Leistungen benötigst. Unabhängig davon sind manche Menschen jedoch zur Eröffnung eines Geschäftskontos verpflichtet.
Besonders zu Beginn der Selbstständigkeit mag es attraktiv erscheinen, sein ganz normales Privatkonto als Geschäftskonto zu nutzen. Die Gebühren sind gering und die zusätzlichen Leistungen eines Geschäftskontos werden nicht zwingend benötigt.
Tatsächlich ist es so, dass Personengesellschaften grundsätzlich* frei entscheiden können, ob sie ein separates Geschäftskonto eröffnen oder ihr Privatkonto als Geschäftskonto nutzen wollen.
*Grundsätzlich heißt: Auch wenn du als Personengesellschaft nicht per Gesetz dazu verpflichtet bist, ein Geschäftskonto zu eröffnen, kann die Bank es intern von dir verlangen. Spätestens bei der regelmäßigen Überweisung der Umsatzsteuer an das Finanzamt kann die Bank schon einmal stutzig werden und dein Privatkonto in ein Geschäftskonto umstellen lassen. Der Grund liegt auf der Hand: Höhere Gebühren.
Im Folgenden gebe ich dir eine genaue Übersicht an die Hand, wer zwischen einem Privat- und Geschäftskonto wählen darf und wer zur Eröffnung eines Geschäftskontos verpflichtet ist:
Bei der Auswahl des für dich richtigen Geschäftskontos solltest du auf ein faires Preis-Leistungsverhältnis achten. Der Fokus sollte keinesfalls auf den reinen Gebühren liegen, sondern vielmehr auf dem Potenzial einer mittel- und langfristigen Zusammenarbeit.
Wie bereits zuvor genannt, ist die Eröffnung eines Geschäftskontos meist der erste Schritt in eine lange und erfolgreiche Zusammenarbeit. Es kann daher schon Sinn machen, ein etwas höherpreisiges Geschäftskonto zu eröffnen, wenn dafür beispielsweise eine Kooperation mit wichtigen Verbundpartnern ermöglicht werden kann.
Sprich: Verfügt die Bank über eine Vielzahl an Verbundpartnern, die dir langfristig dabei helfen können, dein Unternehmen zu stabilisieren oder zu expandieren, kann ein Zugeständnis in den Kontogebühren durchaus Sinn machen.
Nimm die folgende Übersicht als Checkliste zur Hand und markiere die für dich wichtigen Punkte. So kannst du sinnvoll die einzelnen Anbieter vergleichen.
Um die verschiedenen Anbieter hinsichtlich ihrer Gebührenmodelle zu vergleichen ist es zwingend erforderlich, dass du die unterschiedlichen Gebühren bei einem Geschäftskonto kennst.
Aus diesem Grund findest du im folgenden die wichtigsten Gebühren bei Geschäftskonten:
(Meinen dazugehörigen Fachartikel findest du auf: www.business-wissen.de)
Willst du ein Geschäftskonto eröffnen, solltest du die folgenden Unterlagen unbedingt parat halten:
Wenn du bereits über ein Geschäftskonto verfügst und dieses zu einer anderen Bank wechseln möchtest, müssen viele Stellen hierüber informiert werden. Anders als bei einem Privatkonto gibt es den gesetzlich verpflichtend zur Verfügung gestellten Kontowechselservice für Unternehmer nicht. (Quelle: BaFin - Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht www.bafin.de)
Wenn du dein bestehendes Geschäftskonto wechseln möchtest, dann solltest du unbedingt deine Kontoumsätze der letzten 13 Monate durchsehen. Da manche Rechnungen nicht monatlich, sondern jährlich verbucht werden, empfehle ich dir den langfristigen Rückblick der genannten 13 Monate.
Konkret solltest du auf die folgenden Positionen achten und diese über deine neue Bankverbindung (und neue IBAN, ggf. BIC) informieren:
diplomierter Bankbetriebswirt BankColleg
zertifizierter VR-Gewerbekundenberater RWGA
Über den Autor
Ricardo Tunnissen hat das Bankgeschäft von der Pike auf gelernt. Nach Abschluss seiner Ausbildung zum Bankkaufmann IHK, bei einer regionalen Volksbank, startete er als Privatkundenberater mit einer Veranwortung für über 3.000 eigene Kunden.
Sowohl während seiner Zeit als Finanzierungsspezialist in der privaten Baufinanzierung, sowie als Gewerbekundenberater in der Firmen- und Gewerbekundenabteilung, bildete er sich zum zertifizierten VR-Gewerbekundenberater RWGA weiter.
Es folgte ein berufsbegleitendes Studium zum Bankfachwirt BankColleg, Bankbetriebswirt BankColleg und zuletzt zum diplomierten Bankbetriebswirt BankColleg auf dem Campus Schloss Montabaur.
Erfahre hier mehr über die fachlichen Qualifikationen und die berufliche Expertise vom Autor.
* Hinweise zu Links und Rechnern
Dieses Projekt wird finanziert über sogenannte Affiliate-Links. Durch den Abschluss eines Produktes und/oder die Anfrage bezüglich eines Produktes bei einem von mir empfohlenen Anbieter erhalte ich vom Affiliate-Netzwerk eine Umsatzbeteiligung oder einen fixen Betrag gutgeschrieben. Für dich fallen hierbei KEINE zusätzlichen Kosten an. Die Höhe einer möglichen Vergütung hat keinerlei Einfluss auf diese Empfehlungen. Durch die Nutzung der Affiliate-Links unterstützt du in direkter Weise das Informationsangebot auf meiner Seite und stellst sicher, dass auch in Zukunft anspruchsvolle und hochwertige Artikel erscheinen können.
Vielen Dank für dein Vertrauen.
Made with ♥ and coffee!
Ricardo Tunnissen
diplomierter Bankbetriebswirt BankColleg
zertifizierter VR-Gewerbekundenberater RWGA
Über den Autor
Ricardo Tunnissen hat das Bankgeschäft von der Pike auf gelernt. Nach Abschluss seiner Ausbildung zum Bankkaufmann IHK, bei einer regionalen Volksbank, startete er als Privatkundenberater mit einer Veranwortung für über 3.000 eigene Kunden.
Sowohl während seiner Zeit als Finanzierungsspezialist in der privaten Baufinanzierung, sowie als Gewerbekundenberater in der Firmen- und Gewerbekundenabteilung, bildete er sich zum zertifizierten VR-Gewerbekundenberater RWGA weiter.
Es folgte ein berufsbegleitendes Studium zum Bankfachwirt BankColleg, Bankbetriebswirt BankColleg und zuletzt zum diplomierten Bankbetriebswirt BankColleg auf dem Campus Schloss Montabaur.
Erfahre hier mehr über die fachlichen Qualifikationen und die berufliche Expertise vom Autor.